Wie man mit der Hetze „gegen Sekten“ umgehen kann

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Geschrieben von Dipl.-Ing. Andreas Groß, Oberägeri, Schweiz am 1. Dezember 2009

Als wacher, bewusster Mensch schliesst man sich gerne mit Leuten zusammen, die von den Massenmedien kurzerhand als Sekte abgestempelt und verunglimpft werden. Das trifft heute nicht nur neue religiöse Gruppen, sondern es gibt anscheinend auch „Politsekten“ u.v.a.m.

Der Begriff Sekte ist also ein Kampfbegriff, der anscheinend diejenigen ins Abseits stellen soll, die den etablierten Interessengruppen – eigentlich eine winzig kleine Minderheit, die völlig abstruse Ideen verfolgen und die Menschheit damit unterwandern und infizieren – im Wege stehen.

Dabei ist diese Verfolgung von Andersdenkenden überhaupt nicht neu: sie wird seit der Etablierung der Katholischen Kirche in Rom verwendet, um aus der Befreiungslehre Jesu Christi eine Staatskirche zu zimmern. Ketzerverfolgung, Inquisition und die Machenschaften des Jesuitenordens, der Geheimagenten des Vatikans prägen die schmerzhafte Geschichte der Gottessuchende. Gemäss der Reinkarnationslehre, sitzen uns diese Verfolgungen und Folterungen noch heute heftig in den Knochen: ob wir vor Jahrhunderten nun selbst die Verfolgten waren oder die Peiniger. In jedem Fall ist daher das Thema Sekten und Sektenhatz eine emotional stark belastete Sache, eine Hatz die regelrecht Panik auslösen kann, wenn man sich davon bedroht fühlt.

Und das obwohl die Nachteile, die man heute als Sekte erleben kann, lächerlich gering sind, verglichen mit dem finsteren Mittelalter: man wird in den Medien verleumdet, lächerlich gemacht oder verliert auch mal einen Arbeitsplatz oder ähnliche Nachteile. Dinge, die jedem Anderen auch leicht einmal widerfahren kann. Keine Folterkammern, keine Scheiterhaufen, keine Räderungen und kein Ertränken.

Dabei will ich hier gar nicht das einzelne Schicksal herunterspielen. Ich war selbst oft genug Angriffsziel dieser Attacken und es hat mich viel Tränen, Verlust von Freunden und hohen materiellen Schaden in 6-stelliger EUR-Höhe gekostet. Ich möchte hingegen aufzeigen, dass die Hauptwirkung dieser heutigen Verfolgung für den Betroffenen aus Restimulation früherer Peinigungen resultiert. Das kann sogar so weit gehen, dass man angesichts einer Sekte oder Sektenhatz die Jahrhunderte alten Schmerzen oder Verletzungen wiedererlebt: psychosomatische Störungen erlangt oder auch nur – wie damals – in Angst und Schrecken oder gar in Apathie und Hoffnungslosigkeit gerät. Und dieser Schaden kann viel grösser und nachhaltiger wirken, als der Verlust einiger Freunde oder einiger hunderttausend Euro. Denn er beeinflusst das eigene Potential neue Freund und neues Einkommen zu beschaffen.

Aus meiner langjährigen Praxis als Reinkarnationstherapeut (Dianetikauditor) weiss ich dagegen, wie leicht, oft in ein oder zwei Sitzungen, diese Restimulation vergangener Verfolgungen aufgedeckt und damit ihrer Kraft enthoben werden können. Es gibt wohl niemanden, der nicht im Mittelalter damit zu tun hatte: als Opfer, als Täter oder als indirekt Betroffener, wie z.B. ein Lebenspartner oder Familienmitglied des Verfolgten.

Tatsächlich ist es so, dass Du als Leser dieser Zeilen dich von der Sektenpanik teilweise freimachen kannst, wenn Du diese Möglichkeit erwägst, einmal in Vorzeiten „in diese Mühle geraten zu sein“.


Wie kann ich jedoch meinen Mitmenschen von der Sektenangst befreien?

Jeder, der die Wahrheit erkannt hat, wollte ursprünglich seine Mitmenschen informieren, warnen oder aufrütteln. Man hat missioniert. Und dann seine Verluste dabei einstecken müssen. Die Leute lassen sich nicht so leicht missionieren. Man wollte seine neuen Ideen und Erkenntnisse verbreiten und ist damit gescheitert.

Und warum ist man so oft gescheitert? Weil der andere so böse Sachen über die „eigene Sekte“ gelesen hat: Lügen, Verleumdungen, Sektenhatz.

Man ist versucht, diese Lügen zu widerlegen, um doch noch Zugang zu dem Anderen zu gewinnen. Jedoch scheitert dieser Versuch so oft. Der andere hört kaum zu oder schiebt immer neue Gerüchte nach, an denen man sich abkaspern kann.

Tatsächlich ist dieser Ansatz grundfalsch und von vornherein zum Scheitern verurteilt. Denn diese begierig aufgeschnappten „Informationen“ über Deine Sekte kommen nachträglich, um seinem Unbehagen einen „rationalen Grund“ zu geben. Sie sind nur die nachvollziehbare Rechtfertigung seines Verstandes, über die er seine Missemotion gegenüber deinen Missionierungsversuchen begründen möchte.

Wenn Du nicht diese Missemotionen direkt an der Wurzel packst, wirst Du keinen Erfolg haben. Wenn Du die Ursache ansprichst, kannst Du einen faszinierenden Missionserfolg erzielen, für den dich Andere bewundern werden.

Der Gesprächsablauf ist ja in der Regel folgender: Du führst ein freundliches und ungezwungenes Gespräch und plötzlich gibt es einen emotionalen Absturz: Dein Gegenüber wird misemotional und sieht Dich oder Dein Ansinnen als Sekte. Vielleicht spricht er es nicht gleich an, aber ein aufmerksamer Beobachter merkt: an dieser Stelle ist die Klappe gefallen.

Anstatt jetzt in Verteidigungsreden über deine „Sekte“ oder in Hasstiraden gegen die Massenmedien zu verfallen, solltest Du lieber den genauen Punkt bekommen, der im Erfahrungshorizont Deines Gegenübers zu finden ist: Frage ihn einfach: „Was hast Du persönlich früher einmal in dieser Art erlebt?“ Oder passe die Frage leicht auf die aktuelle Situation an und bekomme sie beantwortet. Notfalls musst Du immer mal wieder nachhaken, es kann Stunden oder sogar Tage dauern, bis der Andere mit der Sprache herausrückt. Aber es ist fruchtbar, diesbezüglich am Ball zu bleiben, energisch nach zu haken: Packe die Sachen aus den Massenmedien beiseite, die sind unwichtig, denn sie stammen nicht aus seinen eigenen Erfahrungen. Sie erinnern ihn vielleicht an etwas selbst erlebtes: und genau das ist wichtig. Das musst Du zu packen bekommen.

Die praktische Anwendung dieses Früher-ähnlich-Prinzips wird Dir die vielfältigsten Zusammenhänge offenbaren. Man kann kaum so verdreht denken, wie das Reiz-Reaktionsdenken Zusammenhänge herstellt zwischen Dingen, die so grundverschieden wie nur was sind.

Ich möchte zur Veranschaulichung einmal ein paar Beispiele geben:

Du sprichst mit Deinem Arbeitskollegen immer mal wieder über Deine christlichen Sichtweisen, hast Interesse geweckt und überreichst ihm schliesslich einmal eine kleine, kostenlose Druckschrift Deiner Gemeinde. An dem Punkt fällt die Klappe und er wimmelt Dich ab. Hinter Deinem Rücken spricht er von einer Sekte, mit der er nichts zu tun haben will.

Statt Dich und Deine Gemeinde jetzt zu rechtfertigen oder aufzuzeigen, dass der Begriff Sekte bei Euch völlig zu unrecht verwendet wird (als würde er irgendeine Gruppe zu Recht abstempeln), solltest Du besser Folgendes tun: Sprich ihn ohne vorwurfsvoll zu sein auf das Thema Sekte offen an und frage, ob er so etwas einmal selbst erfahren hat. Vielleicht trifft das schon zu und er platz heraus: „Allerdings, ich hatte mal mit den Zeugen Jehovas zu tun und wurde die nie wieder los“.

Steige jetzt ja nicht ein und erkläre die Unterschiede Deiner Gemeinde mit denen der Zeugen Jehovas, denn das wird den Anderen überhaupt nicht interessieren. Hier ist Schweigen Gold: Frage interessiert nach, wann das war und lass Dir dann die ganze Geschichte einmal erzählen. Wichtig dabei ist, dass Du nicht versuchst, seinen Redefluss unter Kontrolle zu bringen, Du bringst keine eigenen Erfahrungen dazu ein, sondern verstehst einfach nur, was er erlebt hat und zeigst ihm das. Im einfachsten Falle sagst Du einfach: Ich verstehe Dich gut. Wenn er das ganze zu kurz abhandeln will („ich mag da gar nicht wieder dran rühren“ o.ä.), ermutige ihn, das noch einmal hervor zu holen und es Dir ausführlich zu erzählen. Wichtig ist, dass seine emotional geladene Erfahrung ausgesprochen werden kann. Das ist Seelsorge. Du bist einfach nur an seiner Story interessiert und setzt keine eigene Botschaft dagegen. Das Ziel ist hier noch nicht, die Unterschiede zwischen Deiner Mission und seiner früheren ähnlichen Erfahrung mit einer Sekte hervorzuheben, sondern einfach nur die emotionale Last abzubauen. Das macht man mit Interesse und Zuhören, ggfs. aktiven Zuhören, d.h. Nachfragen.

Es wird einen Punkt geben, wo er das Gefühl hat, er hat alles dazu gesagt, oder wo er erleichtert ist oder sogar eine Erkenntniss hat (z.B. „ich bin doch selbst schuld, habe ich sie doch selbst hereingebeten“), oder er wird über das Geschehnis gelangweilt und wechselt von sich das Thema.

Dann hat man sein Ziel erreicht und er wird differenzieren können: Das musst Du ihm nicht einmal mehr sagen, das weiss er jetzt sogar selbst schon. Es kann sogar sein, dass er jetzt wieder das Thema aufgreift und sagt: „Und was ist nun EURE Botschaft?“ - In jedem Fall kannst Du jetzt einen neuen Anlauf machen, weil Eurer Verhältnis bereinigt wurde.

Ein anderes Beispiel

Jemand hat sich für Vitaminpräperate begeistern können, weil er damit seine chronische Krankheit hat heilen können, was die Aerzte vorher nicht vermocht haben. Nun betreibt er ein Vitaminhandel als Nebentätigkeit und bekommt es prompt mit dem oben erläuterten Reiz-Reaktionsmechanismus zu tun, als er Jemandem seine Vitamine als Lösung für seine Leiden anbietet: „Das ist doch alles Betrug und Beutelschneiderei!“ entfährt es ihm. - Statt jetzt die Vitamine oder seinen Vertriebsorganisation zu verteidigen, sollte man gleich nachhaken: Welchen Betrug hast DU EINMAL erlebt? Lass ihn wieder darüber sprechen.

Es kann jedoch sein, dass ihm dazu wirklich nichts einfällt. Trotzdem ist das eine unüberwindliche emotionale Ladung: wenn man die antickt, explodiert er förmlich. Es platzt aus ihm heraus: „Betrug!“ - Dann frage doch einmal anders: „Wann hast Du sowas gemacht!“ Frag ihn das gerade heraus: nicht vorwurfsvoll, sondern wie ein Beichtvater: liebe- und verständnisvoll. Vielleicht rückt er damit heraus und lacht, wo er den Zusammenhang erkennt, dass er Dich nur verdächtigt, weil er selbst so gedacht und gemacht. Vermutlich behält er jedoch seine dunkle Episode für sich und spricht nicht darüber. Trotzdem könntest Du schon einen Erfolg verbucht haben, weil er für sich die Zusammenhänge schon erkannt hat. Nur weil man mal betrogen hat, wird man laufend auf der Lauer liegen, und den Betrug an sich bei jeder Gelegenheit wittern. Erst wenn man seine Schattenseiten aufgehellt hat, sich z.B. bei Dir darüber ausgesprochen hat, wird man von der Angst befreit sein, immer wieder irgendwelchen Betrügern auf den Leim zu gehen. Tatsächlich zieht diese Angst als Selbsterfüllende Prophezeihung sogar solche Erfahrungen an.

Es ist natürlich viel schwieriger ihn dazu zu bringen über diese Dinge, die er getan hat zu sprechen, als über Dinge, die ihm angetan wurden. Aber der Mechanismus ist im Grunde der Gleiche: ein Reiz-Reaktionsknopf aufgrund SEINES früheren Lebens: geladene Taten von ihm oder an ihm. Täter oder Opfer. Was immer es ist muss gefunden und aufgedeckt werden, um ihn von diesem Automatismus, dieser Fremdherrschaft über ihn zu befreien. Das ist Seelsorge. Das hilft ihm wirksam. Er kommt aus dem Netz seiner Knöpfe heraus: den Reiz-Reaktionsmechanismen, die ihn tanzen lassen wie eine Marionette.

Egal, ob Du ein Geschäft machen willst oder eine Seele retten willst oder eine politische Botschaft herüberbringen möchtest: Du wirst in diese Knöpfe geraten und Dir die Zähne dran ausbeissen, wenn Du nicht den Früher-Aehnlich-Mechanismus begreifst und ihn „plattmachst“. Dieses Plattmachen passiert, indem Du ihn auf das frühere ähnliche Geschehnis orientierst und ihn darüber sprechen lässt und interessiert zuhörst und ihn verstehst.

Wenn das Reden über das früher-ähnliche ihn nicht entlastet und Du auch kaum erkennen kannst, was an dem berichteten Geschehnis so schlimm gewesen sein soll, fragst Du ihn, ob es noch ein früheres ähnliches Geschehnis dazu gibt. Denn es kann ja sein, dass das was er von den Zeugen Jehovas (egal wie man zu denen stehen mag, aber es geht ja um diesen konkreten Erlebnisbericht) berichtet, gar keine nachvollziehbare Schrecken in sich tragen. Vielleicht wollten die nur mit ihm sprechen und er überreagiert schon damals, ganz ähnlich wie heute dir gegenüber. Dann frage eben nach einem Früher-Aehnlich. Aehnlich zu dem, was er als so greulich berichtet. Wenn er z.B. sagt, die hätten ihn so schlimm belehren wollen, dann frage, ob er früher schon mal so schlimm belehrt wurde. Na klar, fällt ihm ein, seine Schulzeit. Diese Antwort ist zu pauschal, wird noch nichts bringen, also fragst Du nach: was hast Du denn da konkret erlebt, gab es da jemand, der dich so schlimm belehrt hat: Es geht um eine konkrete Situation oder eine Reihe von Situationen, über die er berichten soll. Wenn ihm dann der gemeine Erdkundelehrer einfällt, der ihn schikaniert hat, dann hast Du erreicht, was Du wolltest. Lass ihn sich darüber aussprechen: die Strafen, die Abwertungen, die ungerechten Noten, die menschenfeindlichen Ansichten des Lehrers, was auch immer ihn damit in Bedrängnis gebracht haben mag. Und Du hast einen freieren Menschen erschaffen, einen der sich wieder belehren lässt. Und schon kannst Du zu Deinem ursprünglichen Ansinnen zurück kommen: was wolltest Du ihm gleich noch beibringen?


Die wollen Dich doch nur missbrauchen!

Mein Vater war fest davon überzeugt, dass „meine Sekte“ nichts anderes im Kopf hat, mich für ihre fremden Zwecke zu missbrauchen. Dabei wusste er praktisch gar nichts darüber und wollte auch von mir nichts darüber hören oder lesen. Er hatte sich ja schon ausführlich in den Massenmedien über unser Anliegen „informiert“. Dagegen kam ich nicht an. Ich bekam nicht einmal einen konkreten Vorwurf zu packen, den ich ihm hätte widerlegen können. - Also nahm ich das, was er mir sagte und erkannte, dass das sein Knopf war: Missbraucht werden. Ich fragte also: Bist Du denn schon mal so missbraucht worden: Na klar, platzte es aus ihm heraus: er war als Kind in der Hitlerjugend und liess sich auch begeistern: für das Vaterland und die Freiheit etc. Dass dann die Juden verfolgt werden würden hat er ja damals nicht übersehen können. Er war damals noch als Jugendlicher und begeisterter Deutscher in den Krieg gezogen und kam ausgehungert und erniedrigt aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Ein stark geladenes Leben und bestimmt hatte er noch keinen Seelsorger gefunden, der sich seine Geschichte einmal angehört hätte, ohne ihn laufend zu unterbrechen und Eigenes einzuflechten, wie es am Biertisch immer geschieht: „Das ist ja noch gar nichts, da habe ich noch viel schlimmeres erlebt“, so reisst man das Gespräch gerne an sich, wenn eigentlich einer einmal „auspacken will“. Das erstickt die geladenen Emotionen und verpackt sich neu unter der Frustration, beim Ausschütten des Herzensblutes gestoppt worden zu sein.

Wenn Dir Dein Vater am Herzen liegt, dann hör Dir doch die Kriegsgeschichten einmal ausführlich an, sei ein Seelsorger, sei interessiert. Dann wirst Du ihn nicht nur letztlich auch sein Interesse wecken, an Deinen Themen, sondern Du hast ihm neue Lebenskraft geschenkt und Eure Liebe gestärkt. Diese Fähigkeit konzentriert zu zu hören ist ein wirklicher Liebesdienst und wird Dir viele Freundschaften bewirken.

Die Meisten müssen das regelrecht üben, geduldig zu zu hören, ohne das Gespräch an sich zu reissen, ohne abzudriften und über eigene Geschehnisse nachzugrübeln, voll da und interessiert, ohne irgendwelche Bewertungen oder gar Abwertungen, Widerlegungen oder Belehrungen. Den anderen am Reden zu halten und ihn zu bestätigen und zeigen, dass man ihn versteht, egal was er erlebt hat.

Mit dieser Fragestellung „Was genau, hast Du diesbezüglich schon einmal erlebt?“ habe ich mir schon öfter Feinde zu Freunden gemacht. Es geht oft leicht und schnell, binnen weniger Minuten. Selten – wie bei meinem Vater – muss man stundenlang geduldig sein.

Es ist müssig, auf die Antisekten-Propaganda einzugehen und sie zu widerlegen. Das bringt gar nichts. Das wäre Symptombekämpfung und geht nicht an die Wurzel. Suche die Wurzel, das zugrundeliegende Geschehnis Deines Gegenüber: es ist etwas, was er erlebt und erlitten hat. Bringe ihn dazu, darüber zu reden. Zumindest wird er für sich darauf schauen und selbst wenn er es für sich behält, wirst Du jetzt einen leichteren Zugang zu ihm haben.


Es gibt ein, zwei Fragen, die den Übergang zur Früher-Ähnlich-Frage einleitet:

Welche persönlichen Erfahrungen hast Du mit (meiner „Sekte“)  gemacht? Ich wusste gar nicht, dass Du schon mal dabei warst, wann war denn das? - Dann wird dem anderen meist schon bewusst, dass er nur Propaganda der Massenmedien nachplappert, aber das ist nur das Sprungbrett zur Frage, was er denn dann persönlich in dieser Art erlebt hat.


Welche Geschehnisse sind besonders geladen?

Es gibt ein paar Arten von früher-ähnlich Geschehnissen, auf die man besonders oft bei seiner Mission stösst. Ich zähle die auf, damit Du besonders danach Ausschau halten kannst oder auch danach fragen kannst, denn diese zu entlasten ist besonders wirksam:

  • Geschehnisse mit körperlichen Schmerz, wie Unfälle, Krankheiten, Verletzungen etc.
  • Verluste von lieben Menschen oder wertvollem Gut, dazu höheren insbesondere Tode von Angehörigen oder Freunden oder auch ein Konkurs einer Firma oder eine Ehescheidung.
  • Verfehlte, vereitelte Ziele. Je wichtige einem das Ziel ist, desto unangenehmer ist die Wirkung auf das weitere Leben: Wenn jemand als Kind wie ich regelmässig und begeistert zur Heiligen Messe geht, weil er Gott nahe sein will und ein gottgefälliges Leben führen möchte, und dann entpuppt sich der Pfarrer als gottloser Bürokrat, der einen für Nichtigkeiten heftigst bestraft, dann kann das schon dieser Zielsetzung einen herben Schlag verpassen. So ein vereiteltes Ziel wird dann von jeder späteren religiösen Gemeinschaft mit der man in Kontakt kommt restimuliert, d.h. der alte Verlust des Zieles kommt heftig geladen in die Gegenwart und kann das Engagement in der Gemeinschaft vereiteln.
  • Missverständnisse. Ein früheres ähnliches Fachgebiet, wie das, das Du ihm gerade vermitteln möchtest, kann voller Verwirrungen und ungeklärter Begriffe sein. Du wirst feststellen, dass Dein Gegenüber dann nicht mehr offen ist, für die Lehre, die Du ihm vermitteln willst. Egal wie einfach Du ihm das darstellst oder wie bemüht Du auch bist, es ihm auseinander zu setzen: es geht einfach nicht in seinen Schädel rein, tatsächlich ist er so geladen, dass er Dich gar nicht erst an sich mit dem Thema heran lässt. Dann wechsele das Thema: frage nach einem ähnlichen Fachgebiet, mit dem er sich früher befasst hatte. Und dann frage, was er da nicht verstanden hatte. Und helfe ihm, das ein wenig aufzuklären. Es sind in der Regel die Schlüsselworte, die man einfach im Duden oder einem Fachwörterbuch nachschlagen muss, um die richtige Bedeutung zu erfahren. Dann erhellt sich der Geist und er wird frei und offen für das, was Du ihm beizubringen wünschst.
  • Verfehlte Hilfe. Vielleicht brauchte Dein Gegenüber einmal Hilfe und sie wurde ihm verweigert. Oder er wollte helfen und man liess ihn nicht oder es gelang nicht oder sonst eine Version von „Helfen und gescheitert“. Und nun kommst Du und willst ihm helfen: das setzt sofort seinen Hilfeknopf in Gang und Du scheiterst. Wenn Du auf diese Weise als hilfsbereiter Mensch zu oft zurückgewiesen wurdest, wirst Du selbst schliesslich einen Hilfeknopf haben, Ladung auf dem Thema Hilfe entwickelt haben. Also lass es nicht so weit kommen und mache den Hilfeknopf Deiner Mitmenschen flach, sobald Du einen entdeckst: wenn einer sich nicht helfen lässt, frage ihn: wann er helfen wollte und es misslang, oder wann er Hilfe brauchte und es scheiterte, aufgrund welcher Erfahrungen er entschieden hatte, keine Hilfe mehr annehmen zu wollen. - Mit diesem Thema im Mittelpunkt Deiner Seelsorge (Zuhör-Session) kannst Du fruchtbar viele Stunden investieren und einen neuen Menschen aus Deinem Gegenüber machen.

Probiere es einfach einmal aus, gewinne Freunde und habe viel Spass dabei. Es gibt m.E. kaum etwas wichtigeres im Leben, als andere Menschen so zu entlasten und sie damit frei zu mache, sich der Gegenwart und Zukunft zu zu wenden.